1976 wurde der „Jugendklub für Indianistik Cottbus“ nach längerer Vorbereitungszeit gegründet. Schon bald erfolgte aber eine Aufsplittung in die „Pferdesippe“, aus der sich die jetzige Kunstreitertruppe entwickelte und den „Theorie- und Handarbeitszirkel“ unter der Leitung von Herrn und Frau Turski. Zu Pfingsten erfolgten die ersten Auftritte der „Pferdesippe“, die unter der Leitung von Dr. Bernd Otto stand, in Goyatz und Jessern mit den Pferden „Jonny“ und „Schwarze“. „Jonny“ war ein Hengst aus dem Tierpark Cottbus und „Schwarze“ eine ziemlich alte Stute aus dem Zirkus „Hein“. Die Anreise erfolgte auf dem Pferderücken, lediglich die Ausrüstung wurde mit dem Auto transportiert. Trotz aller Widrigkeiten gab es eine große Zuschauerresonanz und damit war der Grundstein für die weitere Arbeit der Truppe gelegt. Am Ende dieses Jahres erfolgte die Anerkennung als Volkskunstkollektiv „Indianische Reiterei“.
1977 gelang es mit „Vierfuß“ (geb. 1975 im Zirkus Hein) das erste Mal ein Pferd auf Kommando hinzulegen.
Mit diesem Pferd, welches über eine sehr lange Zeit bei uns aktiv war, konnte später auch die Rückenlage eintrainiert werden. Das war die Grundlage für die Pferdedressuren die fast jedes Showpferd bei uns in seiner Ausbildung durchläuft.
Ihre Fernsehpremiere erleben die Ompah’s 1978 in der Sendung „Telethek Die Bunte“ des DDR Kinderfernsehens.
1979 wechselte das Volkskunstkollektiv in die Trägerschaft des Kulturbundes der DDR. Dean Reed war zu Gast und im Herbst bekam die Truppe den Titel „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ verliehen. Durch den ehemaligen Turner Rolf Dittrich wurde das Programm mit Salti vom stehenden und galoppierenden Pferd belebt.
Im Bestreben „bunte“ Indianerpferde zu zeigen, wurden ständig neue Pferde getestet und integriert. Leider waren diese Pferde meist unter 1,50 m Stockmaß, da es in der DDR nur einfarbige Warmblüter und Vollblüter gab und diese „bunten“ Pferde nur durch Einkreuzen mit gescheckten Kleinpferden gezüchtet werden konnten. Durch die Bekanntschaft mit Artisten vom Zirkus Hein kamen Mitglieder der Truppe 1980 erstmals mit dem Tricklasso in Berührung.
Beim zweiten Fernsehauftritt 1981 in „Ein Haus voll Musik“ traten die Indianer und die Pferde erstmals in der Stadthalle Cottbus auf. Büffel „Billy“ wurde mit der Flasche aufgezogen. Leider erwies sich die Dressur trotz einiger gelungener Ritte als zu gefährlich.
Die Präsentation beim Solidaritätsbasar der Journalisten, wie z.B. 1982 auf dem Berliner Alexanderplatz gehörte zu den Verpflichtungen der Ompah’s. Neu im Programm waren verschiedene Salti über ein oder zwei Pferde, was später sogar über fünf nebeneinanderstehende Pferde gezeigt wurde.
Um höhere Schwierigkeitsgrade mit größerer Sicherheit beim Trickreiten zu erzielen, wurde das Training der Nachwuchsreiter am Pferd systematischer durchgeführt.
Ab 1983 gehörte außerdem einmal wöchentlich ein Akrobatiktraining in der Turnhalle zum Trainingsprogramm.
Von 1984 bis 1990 reiste die Truppe jedes Jahr mindestens eine Woche in den Berliner Plänterwald. Dort fand jeden Tag ein einstündiger Auftritt statt und gleichzeitig wurde intensiv trainiert. Gereist sind wir in dieser Zeit mit einem Viehtransporter des Fleischkombinats Cottbus und einem riesigen Wohnwagen mit Requisitenabteil. Die Pferde wurden in einem Stallzelt untergebracht, das wir noch heute benutzen.
Ab 1985 waren Auftritte in verschiedenen Stadthallen oder Kulturhäusern in der Winterzeit an der Tagesordnung. Dazu wurden für jedes Pferd spezielle Hufschuhe selbst angefertigt. Die Pferde sind Fahrstuhl gefahren und Treppen hoch- und runtergelaufen. In der Stadthalle Cottbus wurden bei einer Wild-West-Produktion u.a. mit Gojko Mitic, Sprünge über fünf Pferde sowie „Das verzauberte Pferd“ mit der selten gezeigten Rückenlage aufgeführt. Außerdem fand der erste und bis jetzt einzige Auftritt als Budjonnyreiter auf der Aschenbahn im Cottbuser Lokstadion statt.
Ein Höhepunkt in der Ausbildung von Dr. Otto war die Hospitation bei der Turmalan Nuksarow Reitertruppe 1986 in Moskau. Bei diesen Preisträgern vom Zirkusfestival in Monte Carlo 1984 wurden die modernen Aspekte bei der Ausbildung von akrobatischen Reitern erlernt.
Das Jahr 1987 stand im Zeichen der 750- Jahrfeier Berlins. Die Ompah’s waren an vielen Wochenenden, wie z.B. beim großen Festumzug oder beim „Tag des Pferdes“ auf der Trabrennbahn Karlshorst mit dabei.
Beim Pioniertreffen in Karl-Marx-Stadt 1988 wurde in einem Stadion auf einem riesigen Teppich geritten und voltigiert.
1989 fand das letzte Mal der traditionelle Saisonauftakt beim Umzug am 1. Mai statt.
Beim Gauklerfest am 7. Oktober in Karl-Marx-Stadt sollten Räuber Hotzenplotz, der Narr und das Schwein „Otto“ auftreten. Dazu kam es dann aber nicht.